14. Gächada Stammdisch in München

"Wenn die stade Zeit vorbei is', werd's a wieda ruhiga" (Karl Valentin).

Jetzt wo es zwischen Weihnachten und Fasching wieder ein bisschen ruhiger ist gibt es wieder ein Lebenszeichen unserer "Auswanderer"

Diese melden sich mit ihrem 14. Treffen wieder zu Wort.

 

Foto's und Bericht: Robert Bauer

Fotokollage und Korrekturlesung: Walter Schütz und Arnold Wagner

 

Treffpunkt war diesmal die Gaststätte „Zur Alten Post“ in München; Stadtteil Altperlach; eine gemütliche noch „bajuwarische“ Wirtschaft, wo man noch stilgerecht an der Theke sein Bierchen und das Essen einnehmen kann. In geselliger Runde haben wir uns wieder mit Dialekten und oberpfälzischen Wörtern auseinandergesetzt; wobei einige dieser Wörter auch im niederbayerischen Sprachgebrauch zu finden sind/waren. Dazu beigetragen hat auch ein neuer Gast mit seiner Lebensgefährtin; Dr. Georg Hiltner und seine Uli. Walter hat dazu eingeladen und Georg mit seiner Begleitung waren schon ganz neugierig auf den „Gächada Stammtisch“; und........; waren begeistert (Anmerkung: wollen wieder kommen).

Ganz unbefangen war oder ist Georg auch nicht; ist er doch auch ein gebürtiger Oberpfälzer. Hier eine kleine und kurze Biographie von Georg für diejenigen, die kein Internet haben. Georg wurde in Wulkersdorf bei Regensburg geboren; ist dort aufgewachsen; in der Schule hat der Lehrer einmal gemeint, er wird ja eh nix. Er hat jedenfalls Schmied und Hufschmied gelernt und später den Arztweg über Abendkurse eingeschlagen; kam dann als Arzt viel in der Welt rum; hat sich da einen renommierten Namen gemacht und ist inzwischen in Penzberg/Murnau ansässig; ist verliebt in Oldtimer Motorräder und Autos und genießt sein Rentnerdasein. Genaueres kann in folgender Internetseite nachgelesen werden: https://www.merkur.de/lokales/garmisch-partenkirchen/murnau-ort29105/abgedreht-ein-schmied-wird-neurochirurg-ueber-murnauer-dr-georg-hiltner-9849478.html Sein Lebenswerk wurde auch im BR-Fernsehen in der Sendung „Lebenslinien“ gezeigt.

Zurück zu unseren oberpfälzischen Wörtern, wovon wir ausgingen, es handelt sich eben um oberpfälzischen Dialekt.

 

Riwanzal: kommt wohl aus der Gegend von Polen / Tschechien; ist ein dickerer Teig, dass man einen Löffel einstecken kann; wird wie Hefeteig angemacht; muss man „gehen“ lassen; soll nicht zerlaufen und wird in der Pfanne ausgebacken; man kann gut Zwetschen-Kompott dazu essen

Pfoad: Oberhemd

Fiafleck: Schutzkleidung für Männer und Frauen z. B. bei Stallarbeit

Schaber: Vorbinder; auch ein Schurz, allerdings mehr für Männer; dieser wurde von unten an einer Seite vorne nach oben in den Bund eingehangen; somit konnte man diesen auch als „Transportmittel“ verwenden

Lonbudl: Ladentisch oder auch Ladentheke

flodan: Wäsche waschen am Bach

Grachal/Springal: Limo; da war früher eine Kugel drin und hat beim Öffnen der Flasche immer „gekracht“

Gred: ebener Zugang vom Stall zum Misthaufen; also auch vom Haus/Stadl; eine Art Auffahrt oder Rampe aus Brettern. Man findet so etwas noch in Balbersdorf. In Gächad hatten das früher auch der „Oudl Fredd“ oder auch die „Bierl’n“

Poid oder Poidl: Wiese, meist ans Haus angrenzend; Obstgarten, wo noch Gänse und Enten waren; diese gebadet haben in der „Hülm“ drin Hülm: Wasserlache / kleiner Weiher / oder auch größere „Dreglagga“

Rawean: blecherner Schubkarren; oder auch „Radldrung“

Glia/Glu: aufgesprungene Haut in der Hand; borckige Hornhaut mit Schrunden; meistens zwischen Daumen und Zeigefinger; auch an der Ferse. Die eingerissenen Hände hat man mit Schweschmalz (Schweineschmalz) eingerieben

Was gab’s sonst noch an Gesprächen: Tja, da ging ein Gerücht rum wegen einem Strandbad in Gächad; na ja; warum nicht; neben dem Bach gäbe es bestimmt irgendwo eine Möglichkeit; oder der Dorfweiher wird entsprechend ausgebaut. Der „Waldhof“ und seine Schaukel vor dem Küchenfenster war auch mal wieder Thema des Abends; dies wurde allerdings schon mal in einem der vorigen Berichte erwähnt. Potschamperl; wurde gerne unter das Bett gestellt; das Klohäusl war ja sehr oft draußen im Freien; das Klopapier hatte man selbst noch zugeschnitten; kann mich auch noch daran erinnern, dass ich in meiner Jugendzeit Kataloge habe entsprechend zerschneiden dürfen. Früher gab’s ja auch noch die „Donnerbalken“.

 

Das Bergfest 2018 war auch wieder ein Highlight und es gab die eine oder andere Anekdote. Damit sind wir auch schon wieder am Ende. Da dieser Bericht vor Weihnachten nicht mehr Zustande kam, wünscht der Gächada Münchner Stammtisch allen zu Hause noch ein Frohes und Gesundes Neues Jahr 2019. Georg, Uli - schön, dass ihr da gewesen seid und es war eine echte Bereicherung - Danke. Der Plötz Martin hat dieses mal das Stammtisch-Schildl mit nach Hause bekommen und dann schauma mal, in was für eine Wirtschaft er uns das nächste mal entführt.

 

Euer Gächada-Stammtisch / München Februar 2019